1954 - 1959
 
Auf Initiative des Maurermeister Benedikt Raggl von Gospoldshofen, haben sich am Sonntag den 21.11.1954 nach dem Hauptgottesdienst, eine Anzahl Sänger im Filialistenzimmer der neuen Schule in Seibranz zusammengefunden.
 
Mit diesen ersten Zeilen im Protokoll, beginnt die jüngere Geschichte des Männerchores in Seibranz.
 
Das war ungefähr zu der Zeit, in der Marilyn Monroe wie ein Komet aufstieg und sich über einem U-Bahnschacht ablichten lies, oder  
der Einmillionstee Käfer in Wolfsburg vom Band lief.
 

Beides Ereignisse, die wahrscheinlich den Männern noch besser in Erinnerung sind. Frauen werden sich eher daran als die Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders erinnern.

Genauso voller Euphorie und Tatendrang waren die damals anwesenden an diesem Sonntag, so dass Sie noch am selben Vormittag die ganze Vorstandschaft bestellten. Sie gaben sich auch, wahrscheinlich weil alle so gut aufgelegt waren und ein paar Bier intus hatten den Namen „ Frohsinn „ und beschlossen mit der stattlichen Anzahl von 34 Sängern jeden Dienstag eine Singstunde unter der Leitung des damaligen Oberlehrers Minsch abzuhalten.

Die erste Generalversammlung wurde im darauffolgenden Jahr im Gemeindesaal abgehalten, dabei standen laut Protokoll wichtige Fragen an.
Beispielsweise welche von den damals vielen Seibranzer Wirtschaften soll den Vereinslokal werden, oder reichen dem Dirigenten 1,50 DM Entschädigung pro Singstunde. Ja, Ja, das waren noch die goldenen Zeiten es gab Wirtschaften und Dirigenten ohne Ende und Sänger wie Sand am Meer. Aber es wurden auch andere Sachen wie etwa die neue Satzung verabschiedet.

Ein erstes Konzert wurde dann auch gleich organisiert, dieses fand im Mai 55 im damaligen Gasthof Rössle unter Mitwirkung des Schülerchors statt.
Sage und schreibe 22 Lieder wurden in der kurzen Zeit einstudiert und vorgetragen.

Und im gleichen Jahr wurde sogar noch das Theaterspielen angefangen.
Die damaligen Sänger müssen, wenn man die ganzen Aktivitäten so sieht einen wahnsinnigen Nachholbedarf gehabt haben.Das erste Stück hies übrigens „Und vergib uns unsere Schuld“, ich weiß nicht ob des jetzt was mit den vielen Singstunden und dem nachfolgenden einkehren zu tun hat, oder ob das einfach nur Zufall war.

Es waren aber ernste Stücke die gespielt wurden, denn es waren auch teilweise ernste Zeiten, in denen man immer wieder von der Vergangenheit eingeholt wurde, wie etwa bei der Rückkehr der sogenannten
Zehntausend, die Konrad Adenauer 1955 aus Russland heimgeholt hatte.
Bei der Generalversammlung im darauffolgenden Jahr, stellte sich dann heraus, dass Sie einen guten Kassier gefunden hatten, denn der Mitgliedsbeitrag wurde gesenkt, und die Aufwandsentschädigung des Dirigenten auf sage und schreibe 2,00 DM erhöht. Ja und da hat Sie dann auch schon der graue Alltag eingeholt, denn hier lesen wir vom ersten Appell des Vorstands an die Sänger zum vollzähligen Probenbesuch.
Nichts desto trotz, ein Ausflug musste her und wurde auch gleich beschlossen, und so ging es im Juli 1956 mit zwei Bussen und dem Kirchenchor im Schlepptau, zu einer laut Protokoll unvergesslichen und einmaligen Fahrt rund um den Bodensee, bei der auch alte Seibranzer besucht wurden.
Es waren Ereignisreiche Jahre für den Verein, in dem viel bewegt und angeschoben wurde. Unter anderem beschloss man eine Fahne anzuschaffen und ein großes Sängerfest mit Fahnenweihe abzuhalten. Denn nur mit einer eigenen Fahne ist man ein vollwertiger Verein, meinte der damalige Vorstand.
Und es wurde weiterhin mit Freude gesungen, Generalversammlungen abgehalten, Fassnacht Gefeiert, Ausflüge abgehalten und Theater gespielt.
 
Bei diesen Theatern wurde abwechslungsweise geweint – geschrieen – und wieder geweint, halt wie im richtigen Leben.
Auch die damaligen großen Medienereignisse machten vor Seibranz nicht halt, besonders dann wenn eines der größten Vorbilder die so ein gestandener deutscher Männerchor überhaupt haben kann seinen Wehrdienst bei uns ableistet.
Elvis Presley, das Idol der damaligen Jugend, nach dem Männerchor Seibranz, betritt deutschen Boden.

Doch auch bei uns ging das Leben weiter, es wurden zwischendurch Ständchen abgehalten und dabei wurde fleißig geheiratet und für den Sängernachwuchs gearbeitet.

Bei den Sängerbällen, die damals eine geschlossene Veranstaltung waren, zu der jeder Sänger ein paar Bekannte mit einladen durfte, herrschte laut Protokoll immer eine ausgelassene, fröhliche Stimmung wobei wies geschrieben steht jedoch alles -gesittet und ohne Ausfälle-, was immer das auch heißt, ablief.

Ein Bild dass wir allerdings von so einer Veranstaltung gefunden haben, beweißt uns aber das Gegenteil.
Trotzdem wurde wahrscheinlich doch meistens mit Inbrunst gesungen
 

Dann sind Sie 1958 mit der Rekordzahl von 41 aktiven Sängern dem schwäbischen Sängerbund beigetreten. Und das, obwohl Sie immer noch keine Fahne und keine Fahnenweihe abgehalten hatten.

Ja und in all diesen Protokollen und Aufzeichnung sind wir bei den Konzerten und Auftritten immer wieder auf zwei Lieder gestoßen, die damals die absoluten Renner im Männerchor waren. Schäfers Sonntagslied und So feierlich und Stille

Und der Rest der Welt hatte damals immer noch ein Lied im Ohr , dass sich aus dem zweiten Weltkrieg bis in die frühen 50.iger Jahre herübergerettet hat.
Es ist die Titelmelodie aus dem UFA-Film „ Quax der Bruchpilot“ mit Heinz Rühmann, und es heißt – Heimat deine Sterne -.
 
 
1960 - 1969
 
Die 60.iger Jahre begannen wie es sich gehörte mit der Generalversammlung.
Und da hat man festgestellt dass man im Männerchor nicht mit dem singen zu Geld kommt, sondern dass man eigentlich von den Theateraufführungen lebt die damals sehr gut gelaufen sind.
Und darum hat man beschlossen, dass man sich doch wieder mehr aufs eigentliche nämlich das singen konzentrieren möchte.

Und mit lauter Hick – Hack, ob man jetzt mehr singen oder Theaterspielen soll, ist es im Juli 1960 dann passiert, die Konkurrenz aus Altmannshofen hat vor den Seibranzern eine Fahnenweihe abgehalten.
Das hat Sie so furchtbar gewurmt, dass sie kurz darauf eine Spendensammlung abgehalten haben.Bei der nächsten Versammlung wurden dann Nägel mit Köpfen gemacht und der Termin für die Fahnenweihe gleich auf den 28.05.1961 gelegt und sofort ein 2000. Mann Zelt bestellt.

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Laut schwäbischer Zeitung war aber dann das Wetter an diesem Wochenende eine Mischung zwischen Sommer am Freitag und Winter am Montag. Trotzdem wurde am Sonntag ein Festzug abgehalten bei dem alles was nur annähernd
laufen oder fahren konnte vertreten war.
Kurz gesagt, Wettermäßig war alles dabei und trotzdem wurde es laut Protokollbuch ein Riesenerfolg, mit tausenden Besuchern an beiden Tagen.
Und so sind sie damals marschiert unsere Sänger vom Männerchor an jenem Ereignisreichen Wochenende
Es muss aber trotz aller Wetterkapriolen viel Geld dabei verdient worden sein, denn kurz darauf hat man ein neues Klavier gekauft.

Ein Jahr darauf wurde der bisherige Chorleiter Oberlehrer Minsch nach Hohentengen versetzt. Sein Nachfolger wurde Hubert Lehn, der es bis 2002 geblieben ist.

Und durch diese ganzen Aktionen, haben unsere Sänger wahrscheinlich gar nicht mitbekommen, das der Rest der Welt zu dieser Zeit, aufgrund der Kubakrise am Rande eines Atomkrieges stand.

Der Männerchor hatte aber auch damals viel mit sich selber zu tun, denn ab 1965 hat sich für Sie aufgrund der Schul-und Turnhalleneinweihung so nach und nach doch einiges geändert.

 

 

Mann fuhr zwar noch eine Weile zweigleisig mit den Saalveranstaltungen weiter, doch der Sängerball am gumpigen Donnerstag 66 wurde schon in der neuen Turnhalle abgehalten.
400 Besucher füllten damals die Halle bis auf den letzten Platz; dem Kassier wird’s recht gewesen sein.
Die Generalversammlung in diesem Jahr musste wegen dem Ausbruch der Maul-und Klauenseuche verschoben werden. Als man dann doch zusammenkam, wurde wieder viel beschlossen, nur von einem Theater ist in diesem Protokoll nichts mehr zu lesen. Es wurde folglich mit sofortiger Wirkung eingestellt.
Andere Sachen traten damals in den Vordergrund, man stellte fest, dass sich die Halle jetzt für größere Gemeinschaftskonzerte anbot und die wollte man jetzt mit dem Kirchenchor abhalten.

Doch dieses Ansinnen, dass in Zukunft auch Frauen bei Auftritten mitsingen sollten, wurde nicht von allen ohne Kommentar aufgenommen.
So ist von einem Sänger im Protokoll zu lesen, der gesagt haben soll:

-Wos viel Henna hot, hots au viel Ratta-

Ja Ja, das waren schon Raue Zeiten damals von Emanzipation hat man da noch nicht viel gehalten.

Die gesamte Vorstandschaft, war übrigens zu der Zeit, in gleicher Zusammensetzung schon 15. Jahre im Amt.

Ja und nachdem sich in Seibranz so viel geändert hat, wollte die Welt auch nicht hintenanstehen und hat mit dem Amerikaner Neil Armstrong den ersten Menschen auf den Mond geschickt.
Mit den Worten „ Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit „ betrat dieser am
21.Juli 69 um 3.40 MEZ den Erdtrabanten.

Die Welt hielt den Atem an, aber der Männerchor Seibranz hat weitergesungen und zwar besangen Sie zu dieser Zeit passenderweise immer wieder die schöne Mondnacht.
Und auch der Frauen bzw. der gemischte Chor hatte trotz aller Vorbehalte seine Auftritte mit dem Lied „ Steh auf hohem Berge „

Und der Rest der nicht auf unseren Konzerten war ist in den sechzigern ins Kino gepilgert um den Strassenfeger der damaligen Zeit zu sehn, die Kinoversion des Romans Dr. Schiwago von Boris Pasternak. Dieser Film war einer der größten Erfolge der sechziger Jahre was wohl der Anlaß dafür war diverse Stücke aus dem Film einzustudieren
 
 
1970 - 1979
 

Die ersten siebziger Jahre waren eine der erfolgreichsten für den Männerchor überhaupt.

Die Mitgliederzahl war zwar rückläufig, aber durch tolle Ideen bei Ihren Fasnetsbällen etwa als Zigeuner oder Mexicaner und die Einbeziehung fremder Chöre bei Ihren Konzerten, strömten die Besucher in Scharen.
Bei den Bällen etwa war die Halle teilweise schon eine Stunde vor Beginn bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Schwäbische Zeitung brachte immer wieder aufs neue Berichte über die guten Ideen und das Engagement das der Männerchor bei dieser Gelegenheit an den Tag legte.Es war immer wieder zu lesen, dass dieser Dorfball den großen Narrenvereinigungen durchaus als Vorbild dienen könnte.

Dadurch wohl beflügelt, ist man auf die Idee gekommen, die damals so populären Weinfeste auch in Seibranz einzuführen, wahrscheinlich nicht ohne Hintergedanken für die Vereinskasse.Was sich dann auch prompt bei der nächsten Generalversammlung in den Kassenbüchern niedergeschlagen hat. Dem neuen Kassier haben wahrscheinlich die Augen getränt, als er dass in seinem ersten Jahr hat vorlesen dürfen.

Aber auch in Sachen Sängerwerbung wurde man erfolgreicher, man hat in einem Jahr auf einen Schlag sechs neue Sänger einkassiert.

Dann starb mit Pius Krattenmacher der erste in der Vorstandschaft, die 20.Jahre gemeinsam das Gesicht dieses Männerchors geprägt hatten.

Und auch die Welt hat sich immer weitergedreht, es war die Zeit d. Vietnamkrieges

  und des Massakers von München,
    dass damals die olympischen Spiele so jäh unterbrochen hat.

Mitte der siebziger trat dann nach 23. Jahren, mit Hermann Eisenbart, der erste Vorstand aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurück.

 
Sein Nachfolger wurde Benedikt Raggl, der im in all den Jahren alls zweiter Vorstand zur Seite gestanden hatte.

Und dann war in dieser Zeit eine Idee wieder hochgekommen.

Ab 1975 etwa wurde bei jeder Gelegenheit über das Thema Vereinskleidung diskutiert - abgestimmt – und nochmals diskutiert

Das ging so bis 1978. Dann wurden aber endgültig Nägel mit Köpfen gemacht und der fast schon legendäre braune Männerchoranzug angeschafft.

Die Kasse befand sich zwar daraufhin im freien Fall, und der Kassier hat wahrscheinlich wieder Tränen in den Augen gehabt, wenn auch diesmal aus anderem Grund. Aber man hatte jetzt wenigstens etwas, das man beim anstehenden silbernen Vereinsjubiläum vorzeigen konnte.

Dieses Jubiläum wurde in gebührendem Rahmen über 3 Tage abgehalten.

Auf ein feierliches Festbankett folgte am Samstag Abend ein feucht – fröhliches Weinfest bis in die Morgenstunden, und für die ganz harten unter den Besuchern, wurde am Sonntag nach dem Festgottesdienst noch ein Frühschoppen abgehalten.

Was einen immer wieder verwundert, ist die unglaubliche Zahl an Auftritten und Aktivitäten, die damals über so ein Vereinsjahr anstanden.
Das nahm zum Ende der Siebziger so Überhand, dass man beispielsweise sogar den doch so hochgelobten Fasnetsball ausfallen ließ, weil es zeitlich einfach nicht mehr zum schaffen war.

Doch wenn einmal gesungen wurde, dann standen damals die Jäger im Mittelpunkt des Geschehens. Das Lied „Der Jäger Abschied“ und der „Jägerchor“ aus der Operette der Freischütz, tauchen in den Programmheften immer wieder auf.

Und in den Medien war damals die aufkommende Hippibewegung die sich aus Friedensaktivisten gebildet hatte ein beliebtes Thema.

Diese so genannten Blumenkinder mit bunten Klamotten und zotteligen Harren waren damals der Schrecken aller Schwiegermütter und wohl auch eines jeden gestandenen Männerchorsängers.

Doch bei unseren Nachforschungen haben wir entdeckt, dass sich so ein exemplar auch damals in unseren Männerchor eingeschlichen hatte. Es sieht unserem ehemaligen Dirigenten verflixt ähnlich.  
 
 
1980 - 1989
 

Am Anfang dieses neuen Jahrzehnts wurde im Ausschuss wieder einmal über ein altes Thema, nämlich eine neue Einnahmequelle für die Kasse des Vereins diskutiert. Sie war durch die Anschaffung der Vereinskleidung und das Ausrichten der Jubiläumsfeier stark in Mitleidenschaft gezogen worden.

Man könnte auch sagen sie waren damals fast Konkurs. Einer kam auf die Idee eine Alteisensammlung für die Gemeinde Seibranz und Umgebung abzuhalten. Diese wurde auch kurz darauf in die Tat umgesetzt und weil diese Aktion nicht die schlechteste Art ist an Geld zu kommen, wurde von da ab jedes Jahr eine solche Sammlung abgehalten.
Und dass bei so tollen Spielzeugen die man da sammelt erwachsene Männer zu kleinen Kinder werden, kann man bei den Bildern glaube ich ganz gut sehen.
Das muss trotz der Arbeit ein heiden Spaß sein.
Kurz darauf fieberten aber auch Sie im Juni 1980 wie ganz Fußballdeutschland mit unseren Kickern, die durch einen 2:1- Sieg gegen Belgien in Rom zum zweiten Mal Fußballeuropameister geworden sind.
 

Mit dem grandiosen Einzug des Zigeunervolkes hatte der Sängerball 1981 einen stürmisch applaudierten Auftakt. Höhepunkt des Abends war das vielumjubelte Schweineballett. Mit dem Lied des Gesangverein-Dirigenten Hubert Lehn, „Ja das Schreiben und das Lesen ist nie mein Fall gewesen“ wurde dieses nicht ganz jugendfreie Ballett eingeleitet. Dabei bildeten große und auch kleine Sänger, - diese als sogenannte Ferkel - , mit eigens von Lehn hergestellten Sauköpfen die dazu erforderliche Schweineherde aus dem Zigeunerbaron.
Die damals aufkommende Aerobic – Bewegung hats wahrscheinlich mit grausen vernommen, was sich da in Seibranz abgespielt hat. Übrigens die Geigen, von denen es in Seibranz durch die Initiative von Rektor Lehn jede Menge gibt, spielten zu diesem Zigeunerfest den ganzen Abend immer wieder auf.

Nicht ganz so schweinisch ging es im Sommer
darauf bei der Traumhochzeit von
Prinz Charles und Lady Diana zu.

In London säumten einige hunderttausend Menschen die Strassen. Per Fernsehübertragung nahmen etwa 750 Millionen Menschen an dem großen Ereignis teil. Aber auch von diesem großen Glanz und Glimmer war kurze Zeit später, wie man durch Zeitungsberichte zu hören bekam nicht mehr viel übriggeblieben. Auch Sie wurden von Wolke sieben auf den Boden eines ganz normalen Sängerehelebens zurückgeholt.
Auch unser geliebtes Bad Wurzach hatte einen Grund zum feiern. Denen gings ja auch so gut wie nie seit sie uns alle Eingemeindet hatten.
Aus Anlass der 650-jährigen Verleihung der Stadtrechte, 1333 durch Kaiser Ludwig von Bayern, gab es in der Stadtkirche St. Verena in Bad Wurzach am 02.Juli 1983 ein Jubiläumskonzert, an dem sämtliche Chöre des Stadtgebiets mitwirken durften oder mussten, dass kann man jetzt aus der Chronik nicht genau ersehen. Die Leitung hatte damals Musikdirektor Josef Fleschhut.
 
Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden kleinen Gemeindefest wurde der altehrwürdige Ulrichsbrunnen nach seiner Neugestaltung im Juli 1985 eingeweiht.
In der Kirchenchronik steht geschrieben das in einer großen Wassernot in Seibranz der heilige Ulrich , Bischoff von Augsburg die Bevölkerung gerettet habe. Er hat gebetet und mit seinem Bischoffstab in die Erde geschlagen an der Stelle wo heute der Ulrichsbrunnen steht und sofort sprudelte eine Wasserquelle die bis heute nicht versiegte.
Da kann uns die Kirchenchronik natürlich viel erzählen, nachvollziehen kann das heute ja sowieso keiner mehr, aber auf jedenfall wars wieder mal ein Fest und wir durften dabei singen..

Eine besondere Einladung erhielten wir für einen Abend kurz darauf. Der Literaturpreis der Stadt Bad Wurzach wurde dem Historiker Golo Mann verliehen.

Am Vorabend bereitete Senator Friedrich Schiedel dem Preisträger und einiger Prominenz aus Österreich, Bayern und Schloß-Zeil sowie der Stadt Bad Wurzach einen herrlichen Empfang auf dem Kohlerhof. Die Musikkapelle und der Männergesangverein waren zur Unterhaltung eingeladen. Und es wurde auch manches Lied oder Musikstück auf der Terrasse des Kohlerhofes vorgetragen.
Unsere Sänger waren noch des öfteren bei Senator Schiedel eingeladen und es war laut unserer Chronik jedes Mal ein besonderes Ereignis für die Vereinsmitglieder.

Doch die Welt stand trotzdem nicht still. Die Bevölkerung von ganz Europa wurde bald danach in Schock versetzt als in Tschernobyl die bisher größte Katastrophe in einem Kernkraftwerk in der Zeit der Atomindustrie passierte. Eine Explosion zerfetzte den Reaktor und zirka 2 Millionen Hektar Land wurden für Jahrzehnte verseucht. Die Zahl der toten Menschen wird auf 6000 geschätzt, die Langzeitfolgen sind bis heute nicht abzusehen.

Und auch der 6. Februar 1987 war für den Männerchor kein Grund zum feiern. An diesem Tag starb Ehrenvorstand Hermann Eisenbarth im Alter von 74 Jahren infolge eines Schlaganfalls.
Hermann Eisenbarth war seit der Neugründung des Vereins und vorher schon seit 1927 - 57 Jahre aktiver Sänger im zweiten Bass. Er war als Gründungsmitglied dabei und die ersten 23 Jahre seit bestehen des Vereins 1.Vorstand. Von 1976 bis 1981 war er auch noch als Kassier tätig. Hermann Eisenbart war Sänger mit Leib und Seele und kann dabei jedem von uns jüngeren als Vorbild dienen, er hat sich um den Männerchor und das kulturelle Leben in der Gemeinde Seibranz verdient gemacht.

Und weil die darauffolgenden Jahre im Männerchor außer den üblichen Aktivitäten nicht viel passiert ist, passierte dafür um so mehr in Europa.

Das Jahr 1989 brachte die gewaltigsten politischen Veränderungen bei uns seit dem 2. Weltkrieg. Nach Jahrzehnten der Unterdrückung durch die kommunistische Gewaltherrschaft befreiten sich die Völker des Ostblocks und bringen ihre Staaten auf den Weg in die Demokratie.
In der DDR tritt Erich Honecker nach Demonstrationen am 18. Oktober zurück , sein Nachfolger Egon Krenz lässt nach weiterem Druck der Massen am 9. November die Berliner Mauer öffnen und sorgt für einen tagelangen Taumel der Freude und des Wiedersehens von Millionen deutscher Bürger aus Ost und West.
Und wir würden wahrscheinlich heute noch vor Freude taumeln, wenn wir nicht irgendwann erfahren hätten, was uns das alles danach gekostet hat.
Und von dieser Aufbruchstimmung und der Reiselust der alten DDR-Bürger, die mit Ihren Trappis bald ganz Europa erobert haben, kein Campingplatz war vor dene stinkende Zweitakter mehr sicher , ist auch der Männerchor angesteckt worden.
Sie begaben sich damals bei Ihren Konzerten des öfteren an die „Ufer des Missouri“ , und die Titelmelodie aus dieser Zeit, die damals jeder kannte und heute noch zumindest mitsummen kann, war das Conquest of Paradise aus dem Kinofilm Cristoph Columbus die Eroberung des Paradieses.
 
 
1990 - 1999
 

Die 90ziger Jahre hatten für den MGV mit einer großen Veränderung im Verein begonnen.

Nach kurzer schwerer Krankheit starb der erste Vorsitzende Benedikt Raggl am 24. August 1990 im Alter von 67 Jahren.
Dies war ein schmerzlicher Verlust für uns, war Benedikt Raggl doch der Gründervater des heutigen Männerchors Seibranz.
Auf seine Initiative hin trafen sich im Jahre 1954 am Chorgesang interessierte Männer und gründeten den Gesangverein „Frohsinn Seibranz“ .Von der ersten Stunde an stellte er sich als Vereinssprecher und 2. Vorstand für die Aufgaben der Vereinsführung zur Verfügung. 1977 wurde er schließlich erster Vorsitzender und bekleidete dieses Amt mit Aufgeschlossenheit, Umsicht und außergewöhnlichem Engagement, er war Triebfeder und Motor des Vereins.
Neben verschiedenen Ehrungen wurde er für langjährige Sängertreue vom Oberschwabengau im Schwäbischen Sängerbund mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
Der damalige Schriftführer und Dirigent Hubert Lehn schrieb im Protokollbuch über Benedikt Raggl folgende Zeilen.
Für seinen Chor war ihm keine Arbeit zu viel, keine Mühe zu schwer, keine Zeit zu schade, kein Kilometer zu weit. Er wusste was der Sängersache dient, setzte Ziele die er konsequent verfolgte. Was auch immer er tat, es hatte Hand und Fuß. Er hatte Organisationstalent und Stand in vorderster Reihe, wenn es galt Veranstaltungen, Feste oder Feiern auszurichten und vorzubereiten.
Benedikt Raggl schlug Brücken zu anderen Vereinen, besuchte deren Veranstaltungen und vertrat die Seibranzer Sänger in der Öffentlichkeit und auf Sängertagen. So ist er zum Kulturträger geworden bis weit über die Grenzen der Gemeinde.
Schreinermeister Alois Gropper der bisher zweiter Vorstand war, hatte nach dem überraschenden Tod von Benedikt Raggl kommissarisch den Verein geleitet und wurde am 14, März 1991 von der Hauptversammlung einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Männerchores gewählt.
An dieser Generalversammlung gab es dann aber auch mal wieder ein freudigeres Ereignis, denn nach jahrelanger erfolglos gebliebener Sängerwerbung konnten wieder sechs neue Sänger für den aktiven Chorgesang im Frohsinn Seibranz gewonnen werden.

Und Sie konnten dann auch gleich darauf mit dem Männerchor jubeln, den Deutschland wurde zum dritten Mal Fußball- Weltmeister. Nach einem 1:0 Sieg gegen Argentinien in Italien wurde dies zum großen Triumph von Teamchef Franz Beckenbauer.

Aber das Vereinsleben ging mit oder ohne Fußball immer weiter und nach verschiedenen Beratungen im Ausschuss und Verein wurde unter skeptischer Miene des Kassiers ein neues Klavier gekauft.

Diese Anschaffung musste sein, da sonst unsere jahrelang treue Klavierspielerin Frau Klara Gropper und der Chorleiter gekündigt hätten. Denn sie wollten sich nicht weiterhin mit dem alten und verstimmten Instrument rumärgern müssen.
Das neue Klavier von der Firma Förg aus Altmannshofen kostete 8800,- DM und der alte Klimperkasten wurde für 2000,-DM in Zahlung genommen. Dazu müssen wir nach Inaansichtnahme der Bilder in der Chronik aber auch sagen, es ist kein Wunder das aus dem ehemaligen Klavier ein sogenannter Klimperkasten geworden ist wenn man jahrelang so mit Ihm umspringt. Wer von uns würde sich schon gerne ein paar mal im Jahr, in eine Sauenkiste sperren lassen und mit dem Flaschenzug abseilen.

Am Sonntag dann , den 04.10. 1994, brachte der Südwestfunk einen Querschnitt über das Gemeindeleben von Seibranz , auch die Schule und Vereine stellten sich vor. Neben der Musikkapelle waren auch die Seibranzer Chöre als Männerchor, Frauenchor, Kirchenchor und Gesamtchor in gelungenen Aufnahmen zu hören. Schade war, das vom Männerchor nur ein Lied (Andulka von Walter Schneider) wiedergegeben wurde. Die Aufnahmen von uns mussten doch nicht so gut gewesen sein.

Bei der Generalversammlung 1995 standen Neuwahlen in der Vorstandschaft an. Nach 40jähriger Tätigkeit im Verein des „Frohsinn Seibranz“ zuletzt noch als erster Vorsitzender, stellte sich Schreinermeister Alois Gropper nicht mehr zur Wiederwahl.

Die gesamte Vorstandschaft drängte darauf, junge Kräfte mit der Vereinsführung zu beauftragen.
Nach zähem Ringen um Kandidaten steht nun auf einstimmigen Beschluss Klaus Gropper als erster Vorsitzender an der Spitze des Vereins. Da kann man sehen wie schnell ein junger Sänger – zwecks fehlender Alternativen - beim Seibranzer Gesangverein Kariere machen kann.

Mit dem neuen Vorstand wurde auch gleich das Outfit des Vereins verändert.
Pünktlich zum Frühjahrskonzert 1996 konnten wir uns in unserer neuen Vereinskleidung von Modehaus Michelberger präsentieren.
Jeder Sänger wurde mit Weste (Leible) weißem Hemd und passender Krawatte ausgestattet.
Für die Hose mussten die Mitglieder selbst aufkommen.
Unsere alten braunen Anzüge wurden für einen guten Zweck nach Afrika verschickt, was auch keinem Leid tat. Da konnten sie dann wahrscheinlich ganz schön schwitzen in den dunklen Klamotten.

Im Jahr darauf löste der Unfalltod der englischen Prinzessin Diana am 31. August 1997 in Paris weltweit Trauer und Bestürzung aus. Die Königin der Herzen stirbt im Alter von 36 Jahren auf der Flucht von Bilderreportern.

Kurz darauf bei den Wahlen zum 14. Bundestag entschieden sich die Deutschen am 2, September für einen politischen Wechsel.

Ihr Votum bringt der SPD einen klaren Sieg mit 40,9 Prozent vor der CDU/CSU mit 35,2 Prozent. Das bedeutet nach vielen Jahren das Ende der Ära Helmut Kohl und die Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die Sozialdemokraten unter Führung des neuen Bundeskanzlers Gerhart Schröder.
Ob es damit besser geworden ist soll jeder für sich entscheiden.

Eine seltene Ehrung stand beim Frühjahrskonzert 1999 an.

Unser Dirigent Hubert Lehn wurde für 40. Jahre Chorleitertätigkeit geehrt.
Nach Chorleiterjahren in Hersberg und Grüningen ist Hubert Lehn seit 1963 Dirigent der Seibranzer Chöre und entwickelte ein reges Chorleben in Ortschaft und Region.
Er richtet Männerchoraufführungen und Gemeinschaftskonzerte aus, integrierte in seine Programme den Schülerchor und Instrumentalmusik mit von ihm selbstgebauten Musikinstrumenten. Er wurde mehrmals vom Oberschwabengau und dem deutschen Sängerbund ausgezeichnet.
Ortsvorsteher Heinrich Kuhn beglückwünschte den Jubilar und dankte ihm für sein vorbildliches wirken in Seibranz.
Nicht ganz so Ehrenvoll ging es bald darauf bei der Spendenaffäre der CDU zu, Helmut Kohl gestand bis zu 2 Millionen Mark in Bar an Spenden entgegen genommen zu haben, Namen will er aber nicht nennen.
Lauter Zigeiner dät ma bei eis saga.
Darum hat wahrscheinlich auch der Männerchor damals so viele Zigeunerlieder gesungen.

   
     
2000 - 2004
     
Das neue Jahrtausend, beginnt mit der größten Dauerfete in der Geschichte der Menschheit, die Erdbevölkerung feierte in den 1. Januar den Start in ein neues Zeitalter. In Berlin versammelten sich 2 Millionen Menschen rund um das Brandenburger Tor und Hamburg konnte sich mit dem abschießen des größten Feuerwerks Europas rühmen, das Spektakel dauerte ganze 40 Minuten.  
Gott sei dank blieb der große Stromausfall und der befürchtete Computerabsturz bei der Zeitumstellung aus. Sind wir doch ehrlich zwei Tage später hat sich alles wieder beruhigt und alles war beim Alten.
Und auch das neue Jahrtausend konnte beim Männerchor am gewohnten Gang nichts ändern.

Wir trafen uns wie üblich Anfang des Jahres zur Generalversammlung im Gasthaus „Wacht am Rhein“. Und selbst die Probleme waren noch die gleichen geblieben, Dirigent Hubert Lehn und Vorstand Klaus Gropper gaben deutlich zu verstehen, das die Sängerwerbung vordringlichste Aufgabe im Verein sei, sie forderten jeden einzelnen Sänger auf , umgehend in diesem Sinne aktiv zu werden.

Chorleiter Lehn bekräftigte den Ruf nach Sängernachwuchs vordringlich zur Stärkung der hohen und tiefen Stimmlagen.
Und tatsächlich, man hatte Erfolg, es konnten etliche neue Sänger für den Verein einkassiert werden.
Und zwar waren das jüngere, die uns ein paar Jahre zuvor vielleicht noch still belächelt haben. Wir sehen das als Zeichen dafür, dass sich uns auch in Zukunft vielleicht noch einige anschließen werden, die heute noch gar nicht damit rechnen.
Bei den Frühjahrskonzerten 2001 und 2002 legte man wieder mehr Wert auf Bühnengestaltung und besondere Einlagen der Sänger.

So sahen uns unsere Gäste als wilde Cowboys mit Gitarre- und Geige am Lagerfeuer, oder wie schon bei den Sängerbällen Jahrzehnte zuvor als Zigeuner mit Drehleier und Zigeunerwagen auf der Bühne. Wir mussten feststellen, das Publikum war begeistert denn das „Auge“ hört scheinbar mit.

Zwischendurch, gab es bei uns in Seibranz, ganz so wie bei der großen
Formel 1, wieder mal einen deutschen Weltmeister.

Und mit Gerd Riss haben wir einen Speedway – Weltmeister, der wenn er will sogar noch richtige schwäbische Interviews geben kann und unsere Maultaschen oder Kasspätzlekultur in die ganze Welt bringt. .
Das ganze Dorf war auf den Beinen als Gerd am Abend des 3. September in Seibranz eintraf, um Ihm zum neuerlichen Weltmeistertitel nach den Jahren 1991, 1996 und 1999 zu gratulieren.
 
Auch der Männerchor lies es sich nicht nehmen und kam vollzählig zum großen Open- Air Empfang vor dem Rathaus und brachte dem Rennfahrer ein Ständchen

Ja und kurz darauf geschah das unfassbare, das unglaubliche , alle Zeitzeugen werden es wohl Ihr Leben lang in Erinnerung behalten.

Es sind die Bilder des 11. September in der zwei von Terroristen entführte vollbesetzte Flugzeuge in die oberen Stockwerke des 411 Meter hohen World Trade Center rasten.
Dies Bilder haben sich uns für immer eingebrannt. Die zwei Türme, in denen bis zu 50000 Menschen arbeiten, gehen in Flammen auf und stürzen innerhalb von einer Stunde wie ein Kartenhaus in sich zusammen.
In der Geschichte des Terrors findet sich keine vergleichbare Tat, in der sich Radikalität und Brutalität zu einem derartigem Ergebnis verbunden haben.

Doch trotz aller schlimmen Dinge auf der Welt , gibt es Gott sei Dank noch Sachen im Leben eines Seibranzer Sängers, die über Jahrzehnte bestand haben und hoffentlich auch noch lange haben werden.

Die Rede ist von unserer Vereinswirtschaft „Wacht am Rhein“ oder auch „Stenes“ genannt, mit den Wirtsleuten Stefan und Hilde Daubenschütz . Stefan Daubenschütz war Jahre als Fähnrich im Verein tätig, keine noch so starke Windböe konnte dem Wirt und gelernten Schmied bei Prozessionen aushebeln. Er hat immer das nötige Körpergewicht an die Fahne gebracht, dafür hat die Hilde beim Kochen schon gesorgt.
Und so manches schöne Fest hat der Männerchor in seiner Gaststube ausgetragen, vor allem immer runde Geburtstage von uns Sängern oder den Wirtsleuten.
Seit bestehen des Vereins wird die alljährliche Generalversammlung im Gasthaus Wacht am Rhein abgehalten.
Aber auch nach den Singstunden werden die ausgedörrten Kehlen der Sänger bei Steffe und Hilde mit kühlen Getränken reanimiert. Natürlich hat Hilde immer Wurstsalat, Tellersulz, oder Leberkäse für den kleineren und größeren Hunger parat.
Mit einem Satz, man ist immer willkommen und wird vorzüglich bewirtet.


Wohl die größte Veränderung aber für den Männerchor Seibranz im Laufe der letzten Jahrzehnte gab es zum Jahresende 2002, als unser langjähriger Dirigent Hubert Lehn nach über 40. Jahren sein Amt als Chorleiter niederlegte.
Wir wollen ihm hier nochmals in aller Herzlichkeit für seinen unermüdlichen Einsatz, die unzähligen Stunden für die Vorbereitungen der Konzerte, Weinfeste, Sängerbälle, Kirchenfeste und die vielen anderen Anlässe bei denen der Gesangverein mitgewirkt hatte ein herzliches Dankeschön sagen.
Auch das Amt des Schriftführers wurde von Hubert Lehn über Jahre zusätzlich neben seiner Chorleiterarbeit ausgeübt.
Alle Vereinsgeschehnisse und Unternehmungen des Männerchors wurden von ihm sehr genau und lückenlos protokolliert und alles von Hand in Schönschrift aufgeschrieben.
Jedoch standen wir jetzt vor einem großen Problem, ein neuer Chorleiter musste umgehend gefunden werden. Das dies aber alles andere als einfach war wussten wir, und die anderen die es nicht glauben wollten, haben es dann schnell begriffen. Auf Anzeigen in Zeitungen meldete sich niemand, auch die Chorleiter die man kannte waren schon voll ausgebucht, viele leiten schon mehrere Chöre.
Ab Januar 2003 musste dann unser Sattlermeister Alfred Gropper notgedrungen die Singstunden abhalten , um wenigstens den Zusammenhalt des Vereins zu garantieren.
Alfred hatte diese Aufgabe auch sehr gut gemeistert, und wir sind ihm dafür zu großem Dank verpflichtet.
Durch Zufall wurde unser Vorstand dann auf Gabriele Tobisch aus Hauerz aufmerksam, eine junge Dirigentin die aber bereits auch schon den Kirchenchor Treherz leitete.
   
Nach langer Überredung und der Überreichung eines Vereinsfotos welches uns in voller Blüte zeigte, lies sich Gabriele dann doch von Ihm erweichen und kam zum Männerchor Seibranz als Chorleiterin.
Sie hat Anhand von dem Foto anscheinend schon gesehen welches Potenzial in uns schlummert. Auch wenn es für sie zeitlich durch Studium und Arbeit oft sehr schwierig ist die Chorproben zu halten, hoffen wir, das es Ihr bei uns trotzdem gefällt. Und wir sind Ihr dafür sehr – sehr dankbar.
Mit Ihr an vorderster Front, sind auch unsere Chancen erneut gestiegen wieder ganz junge Sänger zu bekommen auch wenn sie am Anfang vielleicht nicht wegen dem singen allein zu uns kommen.